Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Nur wer umdenkt, wird die passenden IT-Fachkräfte finden

Als jemand, der permanent auf der Suche nach IT-Fachkräften ist, teilt Joe Drumgoole, Director of Developer Advocacy bei MongoDB EMEA, seine Erfahrungen zur Einstellung der dringend benötigten Spezialisten.
Vorbei die Zeiten, als Fachkräfte wie Programmierer, Datenbankadministratoren oder Softwareentwickler nur für IT-Unternehmen von Interesse waren. Inzwischen braucht sie jeder und ein Rückgang der Nachfrage ist nicht in Sicht: Zuerst haben E-Commerce, Mobilgeräte und Onlinekommunikation die Geschäftswelt revolutioniert und den Bedarf geschürt, jetzt werden Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Virtual Reality zu festen Größen im Arbeitsalltag nahezu aller Branchen. Nicht zuletzt deshalb kommt dem Recruiting von IT-Fachkräften ein hoher Stellenwert zu.Laut einer Bitkom-Studie waren 2018 in Deutschland rund 82.000 offene Stellen für IT-Experten verzeichnet, ein Anstieg von 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und die Softwareplattform Stripe stellte kürzlich fest, der Mangel an Softwareentwicklern bremst das Unternehmenswachstum. Dem Stripe-Bericht zufolge rangiert dieses Problem noch vor Herausforderungen wie dem Zugang zu Kapital, der Entwicklung von marktgerechten Produkten oder einer veralteten IT-Infrastruktur. Daher überrascht es nicht, dass Unternehmen händeringend nach fähigem IT-Personal suchen und die Personalabteilungen immer stärker unter Druck geraten.Als jemand, der permanent auf der Suche nach IT-Fachkräften ist, teilt Joe Drumgoole, Director of Developer Advocacy bei MongoDB EMEA, seine Erfahrungen zur Einstellung der dringend benötigten Spezialisten:Meine Karriere im Bereich Produktentwicklung begann vor über drei Jahrzehnten, zwei Jahre bevor Tim Berners Lee das World Wide Web erfand. Seither habe ich in puncto Strategien zur Anwerbung neuer Mitarbeiter wirklich alles gesehen. In meiner derzeitigen Funktion bei MongoDB arbeite ich Tag für Tag mit Entwicklern zusammen, die für die unterschiedlichsten Firmen – von der Großbank bis zum Startup – tätig sind und sich in verschiedenen Phasen ihrer beruflichen Laufbahn befinden. Aus meinen unzähligen Gesprächen mit diesen Experten habe ich drei Erkenntnisse gewonnen, die Unternehmen dabei helfen können, die benötigten IT-Talente zu finden und erfolgreich anzuwerben:1. Talent ist wichtiger als QualifikationBei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter sollten Unternehmen unbedingt berücksichtigen, dass in der IT-Branche ständig neue Tools zum Einsatz kommen. Wenn Ihr Entwicklerteam mit der Programmiersprache Go arbeitet und Sie nach einem passenden neuen Mitglied für dieses Team suchen, müssen Sie jemanden einstellen, der sich mit Go auskennt, oder? Falsch! Sie brauchen einen erfahrenen Programmierer, der lernfähig ist und sich in Neues einarbeiten kann. Gehen Sie davon aus, dass der neue Mitarbeiter noch mindestens fünf Jahre in Ihrem Unternehmen bleibt und in dieser Zeit viele neue Dinge lernen wird. Sich bei der Personalsuche auf Kandidatinnen und Kandidaten mit Spezialkenntnissen in einer bestimmten Programmiersprache oder Software zu beschränken, ist (meistens) keine gute Methode, um Top-Talente an Land zu ziehen.2. Warum in die Ferne schweifen?Die besten IT-Fachkräfte werden nicht durch normale Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren rekrutiert, sondern durch gezielte Jobangebote an Talente, von deren Fähigkeiten sich das Team bereits überzeugen konnte. Abgesehen davon, das beim derzeitigen Fachkräftemangel die Chance ohnehin gering ist, den perfekten IT-Experten wartend im Bewerberstapel zu finden. Die Kultur der IT-Branche wird von der Open-Source-Philosophie geprägt – man teilt Ideen, Code und Technologien mit anderen. Wenn Unternehmen sich auf diese Denkweise einlassen und Teil der Community werden, schaffen sie gute Voraussetzungen, um die richtigen Kandidaten zu finden und ihre Teams gezielt zu verstärken. Die Personalsuche beginnt also im Unternehmen: Die hauseigenen IT-Experten sind der Schlüssel, um Empfehlungen einzuholen und bestehende Kontakte zu nutzen. Damit verschafft sich ein Unternehmen einen wertvollen Vorteil im Wettlauf um die besten Fachkräfte. Zusätzlich können offene Community-Plattformen wie die Code-Sharing-Webseite GitHub genutzt werden, um mit Entwicklern in Kontakt zu treten und herauszufinden, was ihnen wichtig ist.3. Probieren geht über StudierenAngesichts der starken Nachfrage sind geeignete Kandidaten in einer hervorragenden Verhandlungsposition und haben oft die Wahl zwischen mehreren Angeboten. Da können aufwändige, bürokratische Einstellungsverfahren schnell zu einem Ausschlusskriterium werden und dazu führen, dass sowohl die Unternehmen als auch die Bewerber eine Chance verpassen. Manchmal ist ein verkürztes Einstellungsverfahren in Kombination mit einem (beispielsweise auf drei Monate) befristeten Arbeitsvertrag die bessere Lösung um festzustellen, ob jemand ins Team passt. Solche neuen Rekrutierungsstrategien könnten sich schon bald als überlebenswichtig erweisen. Es ist jetzt schon nicht einfach, erstklassige Entwickler einzustellen, künftig wird es noch schwieriger sein. Die IT-Branche in Europa boomt. Das hohe Tempo des technologischen Fortschritts in diesem Bereich wird weiter steigen und keine Branche unberührt lassen. Daher wird der geschäftliche Erfolg eines Unternehmens in den kommenden Jahren mehr denn je davon abhängen, dass seine Personalabteilung die benötigten IT-Fachkräfte anwerben kann.
Miscellaneous

Neueste Beiträge

AI Slop vermeiden: Harness-First Engineering für Teams, die mit Coding Agenten arbeiten - Der neue Engpass heißt Vertrauen
Coding Agents wie GitHub Copilot, Cursor oder Claude Code haben die Produktivität von Entwicklungsteams dramatisch erhöht. Was früher Tage dauerte, entsteht heute in Stunden. Doch mit der Geschwindigkeit wächst ein neues Problem: Der Engpass liegt inzwischen im Vertrauen in das, was geschrieben wurde.
4 Minuten
4. Aug 2026
Building Features is easy – echten Wert liefern nicht - Interview
Eva Feigl erklärt im DWX-Interview, warum Teams oft am falschen Problem arbeiten – und wie Annahmen, Vanity Metriken und fehlendes Nutzer-Feedback echten Produkterfolg verhindern.
5. Aug 2026
PandaOS: Die Workstation, die ich mir immer gewünscht habe
Monatelang bin ich zwischen KI-Werkzeugen hin- und hergesprungen. Cursor, Claude Code, OpenCode, Aider. Jedes hatte etwas Geniales, doch keines fühlte sich vollständig an. Also habe ich ein eigenes Tool gebaut? PandaOS ist das Ergebnis.
6 Minuten

Das könnte Dich auch interessieren

Was Developer in Europa wirklich wollen – und was sie nervt - European Transparent IT Job Market Report
Über 23.000 Stellenanzeigen, mehr als 1.300 befragte IT-Fachleute, sechs europäische Länder: Der Job-Market-Report liefert handfeste Zahlen zu Gehältern, Recruiting-Frust und dem wachsenden Einfluss von KI auf den Arbeitsalltag. Was Developer wirklich wollen – und wo Unternehmen noch deutlich Luft nach oben haben.
3 Minuten
19. Mai 2026
C#-.NET-Apps mit WinUI 3 - Komponentenbasierte Apps mit Fluent/FAST, Teil 3
Microsoft macht mit WinUI 3 ein natives User-Experience-Framework für Windows verfügbar, dessen Komponenten auf dem Microsoft-eigenen Design-System Fluent 2 basieren.
23 Minuten
13. Mai 2024
UIs für Linux - Bedienoberflächen entwickeln mithilfe von C#, .NET und Avalonia
Es gibt viele UI-Frameworks für .NET, doch nur sehr wenige davon unterstützen Linux. Avalonia schafft als etabliertes Open-Source-Projekt Abhilfe.
16 Minuten
16. Jun 2025
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige