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Lesedauer 15 Min.

„Sieh die KI als Juniorentwickler“

CTO Christian Weyer fühlt sich jung wie schon lange nicht mehr. Woran das liegt und warum er keine Angst um seinen Job hat, erzählt er im dotnetpro-Interview.
© Christian Weyer

Beginnen wir mit einer Binsenweisheit: Die künstliche Intelligenz respektive Large Language Models halten überall Einzug. Die Softwareentwicklung ist aber in besonderem Maße betroffen. Als Vertreter der vielseitigen Gründe seien nur zwei genannt: massive Textorientierung des Codes mit strenger Grammtik und Tonnen an Dokumentation für APIs und Frameworks, die es zu wissen gilt. dotnetpro hat Chris­tian Weyer befragt, welchen konkreten Einfluss die KI auf die Softwareentwicklung im Jahr zwei nach ChatGPT hat.

dotnetpro: Christian, bitte erkläre kurz, was deine Firma Thinktecture [1] macht.

Christian Weyer: Thinktecture gibt es seit 2004, ursprünglich gegründet von Ingo Rammer und mir. Wir machen tieftechnisches Consulting für Softwareentwickler und Softwarearchitekten – immer mit dem Blick auf die neuesten Technologien, um mit den Kunden gemeinsam ihre Projekte voranzubringen. Die Kunden sind meist Independent Software Vendors, die ihre eigenen, meistens Branchenlösungen bauen. Früher hat man die in einem Karton auf einer CD vertrieben, heutzutage sind das meistens SaaS-Lösungen. Aber eben auch die Enterprise-Entwickler, die dann Inhouse-Lösungen bauen.

Hast du Angst, dass du künftig, sagen wir mal in zwei bis drei Jahren, weniger Angestellte haben wirst, weil die KI einiges übernimmt?

Christian: Das ist eine philosophisch angehauchte Frage: Ist es etwas Gutes, dass ich in Zukunft vielleicht nicht mehr so viele Mitarbeiter brauche, oder ist es etwas Schlechtes? Das müssten wir dann ein bisschen größer aufspannen, was quasi der gesamtgesellschaftliche Impact von KI ist.

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