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Lesedauer 3 Min.

.NET MAUI 2025: Endlich erwachsen – dank Avalonia?

Drei MVPs ziehen Bilanz: Warum .NET MAUI heute produktionsreif ist, welche Rolle Avalonia spielt und was sich Entwickler für Version 11 wünschen.

Die Anfänge waren holprig – das gibt selbst André Krämer zu, MVP für .NET MAUI: „Version 6 war eher was zum Reingucken. Man war nur damit beschäftigt, GitHub-Issues durchzuforsten." Doch spätestens mit Version 10 hat sich das Blatt gewendet. „Definitiv produktionsreif", lautet sein Fazit zur DDC 2025 in Köln, wo er gemeinsam mit den MVPs Roland König (Avalonia) und Mark Allibone (ebenfalls .NET MAUI) über den aktuellen Stand der Cross-Platform-Entwicklung diskutierte.

Linux-Support durch die Hintertür

Das größte Aufsehen erregt aktuell die Integration von Avalonia in .NET MAUI. Während MAUI traditionell auf native UI-Controls der jeweiligen Plattformen setzt, rendert Avalonia alles selbst – ähnlich wie Flutter. Die Kombination bringt zwei entscheidende Vorteile: Linux-Support (der seit 2022 der älteste offene Issue im MAUI-Repo ist) und konsistentes Look-and-Feel über alle Plattformen hinweg.

„Für Unternehmen, die plötzlich einen Linux-Kunden haben, ist das die Rettung", erklärt Roland König. Und Mark Allibone ergänzt: „Der größte Aufwandstreiber in unseren Projekten war immer, wenn sich Controls auf verschiedenen Plattformen unterschiedlich verhalten haben. Self-Rendering löst dieses Problem."

Das Vorurteil, MAUI sei langsam, hält sich hartnäckig. Doch André Krämer relativiert: „Im Debug-Modus auf einem virtualisierten Android-Emulator ist die Navigation langsamer – klar. Im Release-Modus bist Du unter einer Sekunde beim Seitenwechsel." Oft seien es falsche Bindings oder das Ignorieren von Best Practices, die Performance-Probleme verursachen.

Das MAUI-Team hat reagiert: Ahead-of-Time-Compilation ist aktiviert, der Startup beschleunigt. „Viel besser als der Ruf", fasst André zusammen.

Blazor Hybrid: Der unterschätzte Champion

Besonders spannend wird's beim Thema Blazor Hybrid. Wer bereits Webanwendungen mit Blazor entwickelt, kann UI-Komponenten fast eins zu eins in mobile Apps übernehmen – offline-fähig, mit vollständiger Dependency Injection. „Nahtlos. Man merkt gar nicht, dass da eine Webanwendung drin läuft", schwärmt Mark.

Der primäre Wunsch vieler Entwickler: Blazor Hybrid auf Linux. „Dann kann ich meine Webanwendung nativ auf Linux laufen lassen – ohne separates Backend", erklärt Mark Allibone den Reiz für Embedded-Szenarien.

Was fehlt noch? Mark wünscht sich MVU (Model-View-Update) statt klassischem MVVM: „Flüssiger, schneller – wie man's aus der Webentwicklung kennt." Roland fordert mächtigere XAML-Templating-Engines: „Im Web kann ich Ifs und Loops direkt im HTML nutzen. In XAML bin ich auf Bindings fixiert."

Und André? „Mein größter Wunsch war Self-Rendering – den erfüllt mir jetzt Avalonia. Was ich mir von der Community wünsche: Schaut Euch MAUI noch mal objektiv an. Es ist 2025 nicht mehr das instabile Framework von 2022."

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