Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Raus aus Azure Pipelines, rein in GitHub Actions – und Cloudflare macht den Rest

Warum wechseln Entwickler:innen von Azure Pipelines zu GitHub Actions? Und was hat Cloudflare mit Azure-Kosten zu tun? Experte Nico Orschel gibt auf der DWX 2026 in zwei Sessions detaillierte Antworten – und vorab schon hier im Interview.

Der Wechsel von Azure Pipelines zu GitHub Actions ist kein Trend, der sich erklären lässt. Er ist eine logische Konsequenz. Wer ohnehin schon auf GitHub unterwegs ist – und das sind durch Open-Source-Projekte inzwischen sehr viele – für den stellt sich irgendwann die Frage: Warum eigentlich noch Azure Pipelines?

Cloud-Experte Nico Orschel, der auf der DWX 2026 Sessions zum Thema hält, nennt zwei Hauptgründe für den Wechsel. Erstens: die tiefe Integration von GitHub Actions in die GitHub-Plattform. Das geht weit über klassisches CI/CD hinaus. Man kann damit so ziemlich jeden Aspekt der Plattform automatisieren – inklusive Issue-Behandlung. In Nicos Demo beantwortet Chuck Norris automatisiert eingehende Bugs. Spaßdemo, klar. Aber der Punkt ist gemacht.

Zweitens: der YAML-Dialekt. GitHub Actions ist zwar historisch ein Fork von Azure Pipelines, aber der Dialekt wurde konsequent weiterentwickelt. Nico nennt ihn "smoother". Man merkt einfach, dass hier Jahre Erfahrung eingeflossen sind.

Klingt einfach. Ist es nicht immer. Die Migration hat ihre Tücken. Wer spezielle Automatisierungen nutzt, die tief ins jeweilige Ökosystem eingreifen – Abfragen von Azure DevOps Work Items, plattformspezifische Logging-Commands, proprietäre Extensions aus dem Azure-Marketplace – der hat Arbeit vor sich. APIs ändern sich, Formate ändern sich, und nicht jedes Plugin existiert 1:1 auch auf der anderen Seite.

Nicos Empfehlung: den GitHub Actions Importer einsetzen. Das Tool übernimmt viele Standard-Übersetzungen automatisch und schlägt für bekannte Azure-Pipelines-Tasks die GitHub-Actions-Pendants vor. Für die Feinarbeit kommt dann Copilot ins Spiel – etwa beim Schreiben von Transformer-Skripten in Ruby, die man ansonsten erst lernen müsste. Kein Entweder-oder, sondern Kombination.

Zweites Thema in Nicos Programm auf der DWX: Cloudflare vor Azure. Wer bei Cloudflare nur an Ausfälle und Schlagzeilen denkt, unterschätzt den Anbieter. Ein Fünftel des weltweiten Internettraffics läuft über Cloudflare-Infrastruktur, verteilt auf rund 320 Rechenzentren weltweit. Das ergibt eine globale Region – und die hat zwei praktische Konsequenzen.

Erstens: Caching. Wer seine Azure-Anwendung gut strukturiert hat, kann einen erheblichen Teil der Last auf Cloudflare auslagern. Das reduziert Traffic auf der Azure-Seite – und damit die Kosten. Gleichzeitig sind Inhalte für Nutzer in Amerika, Asien oder Afrika näher dran, ohne dass man die Azure-Infrastruktur selbst global verteilen muss.

Zweitens: Sicherheit. Cloudflares Web Application Firewall erkennt gängige Angriffsvektoren wie Cross-Site-Scripting oder SQL-Injection automatisch – und pflegt das Regelset laufend nach. Neue Schwachstellen in Standardkomponenten landen schnell im Cloudflare-Regelwerk. Wer das nutzt, profitiert, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Wer möchte, kann trotzdem eigene Regeln definieren.

Mehr dazu gibt es auf der DWX 2026 in Mannheim, 29. Juni bis 2. Juli 2026, Mannheim. https://www.developer-world.de/dwx

 

Nico Orschel ist Autor, Speaker und DevOps Whisperer für Azure DevOps/GitHub bei Xebia. Seit 2012 wird er von Microsoft als Most Valuable Professional für Development Technologies (DevOps) ausgezeichnet. Nico hilft Unternehmen dabei, ihre Softwareentwicklungs-, Auslieferungs- und Testprozesse mit Azure DevOps (Team Foundation Server) und GitHub zu verbessern – mit dem Ziel, höhere Qualität und kürzere Release-Zyklen zu erreichen. Seine Schwerpunkte liegen auf Continuous Integration/Continuous Delivery (CI/CD), Testmanagement und Testautomatisierung auf den Plattformen Azure DevOps, GitHub und Visual Studio.

Neueste Beiträge

CartoType: Einsatz mit Windows Forms - Mapping mit CartoType, Teil 2
Der Big-Tech-freie Kartendienst CartoType kann dazu beitragen, Anwendungen mit Maps-Diensten unabhängiger von Google, Apple und Co. zu machen. In diesem Beitrag soll das System in einer Windows-Forms-Applikation ins Leben gerufen werden.
5 Minuten
7. Sep 2026
Vom Sub-Agenten zum Schwarm - Kimi K3 – das Modell hinter dem Agenten, Teil 5
Mehr Agenten versprechen mehr Tempo, vervielfachen aber auch Abstimmung und Risiko. Ob aus paralleler Aktivität tatsächlich Fortschritt entsteht, entscheidet sich dort, wo spektakuläre Schwarmdemos meist enden.
5 Minuten
Wenn aus jeder Cloud-Ressource nur ein weiteres Kubernetes-Objekt wird - Interview
STACKIT baut eine europäische Cloud-Alternative zu AWS, GCP und Azure. Tech Lead Patrick Koss erklärt, warum Crossplane statt klassischem Cloud-API der Schlüssel zur Selbstverwaltung ist.
9. Sep 2026

Das könnte Dich auch interessieren

Managed DevOps Pools - Azure DevOps Pipelines Security
Agent Pools als Managed Service mit einfacher Integration in private Netzwerke und Authentisierung mittels Managed Identity tragen deutlich zur Sicherheit der Agent-Infrastruktur bei.
7 Minuten
7. Aug 2025
Konfiguration und Verwaltung von Self-Hosted Agents
Mit der großen Flexibilität von selbst gehosteten Agents ist die große Verantwortung verbunden, diese sicher zu konfigurieren und zu betreiben.
10 Minuten
21. Aug 2025
Terraform braucht eine Strategie – sonst rächt es sich - Infrastructure as Code auf der DWX 2026
Florian Lenz weiß aus eigener Erfahrung, wie es endet, wenn man mit Terraform einfach drauflosprogrammiert: mit einem Änderungs-Rattenschwanz, den niemand mehr versteht. Auf der DWX 2026 zeigt er, wie man es besser macht.
12. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige