Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

MCP: Der USB-C-Stecker für Deine KI-App

Jonah Andersson bringt es auf den Punkt: Das Model Context Protocol ist kein Hype-Buzzword, sondern eine echte Hilfe für .NET-Entwickler:innen. Wer MCP richtig einsetzt, spart sich aufwändige Integrationsarbeit – und behält trotzdem die Kontrolle über die eigene Business-Logik.

Stell Dir vor, Du willst Deine .NET-App mit einem KI-Modell sprechen lassen. Bisher hieß das: viel Integrationsaufwand, proprietäre Schnittstellen und am Ende ein System, das an ein bestimmtes Modell gebunden ist. Jonah Andersson, Cloud- und Azure-Spezialistin, erklärt im Interview "DWX hakt nach", warum MCP das alles deutlich entspannter macht.

Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offenes, standardisiertes Protokoll, das Entwickler:innen dabei hilft, ihre Applikationen mit KI-Modellen zu verbinden – ohne sich dabei an ChatGPT, Copilot, Claude oder Gemini festzunageln. "Es ist modell-agnostisch", sagt Jonah. "Solange das Modell programmierbar ansprechbar ist, funktioniert es." Für .NET gibt es bereits ein offizielles C#-SDK. Der Einstieg ist also keine Raketenwissenschaft.

Was MCP besonders attraktiv macht: Die Business-Logik bleibt, wo sie hingehört – im eigenen Code. Die KI-Schicht wird sauber davon getrennt. Separation of Concerns, wie man's aus gutem Software-Design kennt. Kein Vermischen, keine unübersichtlichen Abhängigkeiten.

Auf Azure wird das Ganze nochmal interessanter. Jonah hebt drei Technologien hervor, die gut zusammenspielen: Erstens Azure Functions mit dem neuen MCP Tool Trigger – der ist mittlerweile verfügbar und erlaubt es, eigene MCP-Server als Backend-APIs zu betreiben. Zweitens Azure Durable Functions, die sich für komplexe Orchestrierungen mit mehreren KI-Agenten anbieten, etwa Fan-out/Fan-in-Muster oder parallele Tasks. Und drittens Azure API Management, das inzwischen MCP-Support mitbringt und die Verwaltung der Backend-APIs vereinfacht.

Drei Use Cases für MCP nennt Jonah: Eine Enterprise Knowledge Base, bei der Azure AI Services als MCP-Tools fungieren und Inhalte für KI-Agenten abrufbar machen. Ein KI-gestützter DevOps-Assistent, der Azure Monitor abfragen oder CI-CD-Pipelines triggern kann. Und ein automatisierter IT-Support-Agent, der Tickets bearbeitet und Support-Anfragen innerhalb bestehender Applikationen behandelt – ohne menschliches Eingreifen bei Standardfällen.

MCP sei zwar noch jung und wird sich weiterentwickeln, aber wer jetzt anfängt, damit zu experimentieren, hat die Nase vorn. Das Protokoll reift schnell – und die Tooling-Landschaft drumherum auch.

📅 Mehr dazu gibt es auf der DWX 2026, 29. Juni bis 2. Juli 2026, Mannheim. https://www.developer-world.de/dwx

 

Jonah Andersson ist Entwicklerin und Lead Cloud DevOps Engineer aus Schweden. Sie arbeitet als Senior Azure Consultant. Mit einem Hintergrund in Informatik und Systementwicklung hat sie sich auf .NET-Technologien spezialisiert und glänzt in der Cloud-Entwicklung, insbesondere auf Microsoft Azure.

Jonah liebt es, komplexe Probleme zu lösen und moderne Applikationen zu bauen. Cloud-Plattformen wie Azure sind ihr Heimspiel – und ihre Expertise hat ihr internationale Anerkennung eingebracht. Sie ist Microsoft Most Valuable Professional und Microsoft Certified Trainer, geehrt für ihre Beiträge zur Tech-Community. Ihr Buch "Learning Microsoft Azure: Cloud Computing and Development Fundamentals" (O'Reilly Media) unterstreicht, wie tief ihr technisches Wissen reicht.

Jonah ist in Tech-Communities und auf internationalen Events aktiv, knüpft Kontakte und teilt ihr Wissen mit anderen Entwickler:innen. Ihr Engagement geht dabei weit über die reine Technik hinaus: Als Gründerin und Leiterin der Azure User Group Sweden inspiriert und begleitet sie andere auf ihrem Weg in die Tech-Welt. Außerdem ist sie MCT Community Lead aus Schweden und unterstützt dort Microsoft Certified Trainer:innen in der Community.

Für ihr Engagement für Gleichstellung und Inklusion in der Tech-Branche wurde Jonah gleich zweimal ausgezeichnet: mit dem Developer of the Year Award bei den Nordic Women in Tech Awards 2023 und beim Developers Day 2024. Sie mentort Frauen, die eine Karriere in der Technik anstreben, und ist Co-Hosterin des Podcasts "Extend Women In Tech" – für eine inklusivere Tech-Welt für alle.

Neueste Beiträge

"Menschen erzählen Geschichten, keine CRUD-Operationen" - Interview
Event Sourcing gilt als kompliziert. Golo Roden von native web GmbH erklärt im DWX-Interview, warum das ein Missverständnis ist – und warum das Konzept das perfekte Fundament für KI-Projekte liefert.
19. Aug 2026
Die Kunst der langen Aufgabenläufe - Kimi K3 – das Modell hinter dem Agenten, Teil 2
Ein guter Code-Generator löst eine klar umrissene Funktion. Ein Coding-Agent muss dagegen ein Repository erkunden, Hypothesen bilden, Werkzeuge auswählen, Tests auswerten und nach Fehlschlägen den Kurs ändern. Kimi K3 zielt auf diese zweite Klasse von Aufgaben.
8 Minuten
MessagePack: JSON als Binär-Image - Best of NuGet, Teil 10
Das Serialisierungsformat MessagePack wurde – anders als JSON – konsequent auf die Bedürfnisse von Maschinen und damit auch auf höchstmögliche Kompaktheit optimiert. Der Vorteil: Ein geringeres zu übertragendes Datenvolumen führt vor allem in IoT-nahen Anwendungen direkt zu geringeren Kosten.
6 Minuten
17. Aug 2026

Das könnte Dich auch interessieren

"Reines Coding wird aussterben" – warum KI Entwickler:innen zu Navigatoren macht - Interview
Schreibt KI bald den Code, den früher Menschen getippt haben? Konstantin Diener glaubt: teilweise ja – und erklärt im DWX-Interview, was dann für Entwickler:innen übrig bleibt.
29. Jul 2026
AI Slop vermeiden: Harness-First Engineering für Teams, die mit Coding Agenten arbeiten - Der neue Engpass heißt Vertrauen
Coding Agents wie GitHub Copilot, Cursor oder Claude Code haben die Produktivität von Entwicklungsteams dramatisch erhöht. Was früher Tage dauerte, entsteht heute in Stunden. Doch mit der Geschwindigkeit wächst ein neues Problem: Der Engpass liegt inzwischen im Vertrauen in das, was geschrieben wurde.
4 Minuten
4. Aug 2026
KI bedeutet Developer-Level – Agentic Coding braucht Pro-Code
Agentic Coding auf einem geschlossenen Low-Code-Builder kombinieren? Lieber nicht. Denn wer seine Plattform nicht für Developer gebaut hat, hat sie nicht für KI gebaut.
6 Minuten
30. Jul 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige