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DWX hakt nach: Wie gestaltet man intuitive User Experiences?

DWX hakt nach: Wie gestaltet man intuitive User Experiences? Intuitive Bedienbarkeit klingt gut – doch wie gelingt sie in der Praxis? UX-Expertin Vicky Pirker verrät auf der Developer Week, worauf es wirklich ankommt. Hier gibt sie vorab einen Einblick in ihre Session.
© Vicky Pirker

Vicky Pirker ist User Experience Consultant, internationale Konferenzsprecherin und Google Women Techmakers Ambassador. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Brücke zwischen Mensch und Technologie zu schlagen – mit klarem Blick für Nutzerbedürfnisse, technische Rahmenbedingungen und strategische Ziele. In ihrer Session Unlocking intuitive design: How brain science and UX principles boost usability zeigt sie auf der Developer Week, wie gutes UX-Design gelingt und warum vermeintlich kleine Details oft den entscheidenden Unterschied machen.

Was verstehst du unter „intuitivem Design“ – und wie kann man diesen Anspruch in der Praxis überhaupt messen oder überprüfen?

Vicky Pirker: Intuitives Design zeichnet sich dadurch aus, dass Nutzer:innen ein Produkt oder eine Software ohne langwierige Einführung verwenden können. Sie finden schnell die gewünschten Informationen und verstehen auf Anhieb, wie die Interaktionen funktionieren. Im Kern bedeutet das: Das System verhält sich so, wie es die User erwarten.

Die Messung intuitiver Bedienbarkeit ist eine echte Herausforderung, da zunächst die passenden Erfolgs-KPIs definiert werden müssen. Bewährte Metriken sind die Task Success Rate, Time on Task oder die Nutzerzufriedenheit - all das lässt sich in unterschiedlichen Testsettings erheben.

Ein besonders praktisches Werkzeug ist der User Experience Questionnaire, kurz UEQ. Mit nur 26 Fragen erfasst er sowohl die funktionale Nutzbarkeit als auch das emotionale Nutzererlebnis und Teams erhalten schnell konkrete Anhaltspunkte für ihr Design.

Information Architecture, Clarity und Consistency – welches dieser drei Prinzipien wird deiner Erfahrung nach am häufigsten unterschätzt? Warum?

Vicky: Information Architecture (IA) wird meiner Erfahrung nach am häufigsten unterschätzt. Wie ich immer sage: "Die schönste Website bringt nichts, wenn die Besucher:innen nicht finden, wonach sie suchen." IA ist wie das Gerüst beim Hausbau - ohne solide Grundstruktur hilft auch das beste Design nicht weiter.

Das Problem ist oft, dass wir denken, unsere Begrifflichkeiten oder Struktur machen Sinn - aber wir sind nicht die User und die denken meistens ganz anders. Wenn die richtigen Informationen nicht an der richtigen Stelle, im richtigen Format und für die richtigen User präsentiert werden, ist die Bedienung des Systems nicht mehr intuitiv.

Aber auch Consistency wird oft unterschätzt, obwohl das eigentlich etwas ist, was Entwickler:innen am einfachsten umsetzen könnten. Angefangen bei Schriftarten und Farben bis hin zu Interaktionen - alles sollte gleich oder sehr ähnlich innerhalb eines Ecosystems bleiben.

Gibt es typische UX-Fehler, die immer wieder auftreten, obwohl sie eigentlich leicht zu vermeiden wären?

Vicky: Consistency ist definitiv ein Fehler, der immer wieder auftritt, obwohl er mit Design Systemen eigentlich leicht vermeidbar wäre. Aber was ich noch häufiger sehe, sind fehlende Feedback Loops. Das fängt bei simplen Loading Animationen an - User fragen sich: "Wurde meine Anfrage überhaupt abgeschickt?" - geht über Bestätigungsanzeigen weiter bis hin zur kompletten Feedback-Schleife. Bei einer Tischreservierung zum Beispiel bekommt man zwar eine E-Mail-Bestätigung, aber die wenigsten Restaurants bieten biespielsweise eine .ical Datei an - also muss ich den Termin noch händisch in meinen Kalender eintragen.

Viele dieser Feedbacks werden in der Entwicklung oft als "nice-to-have" abgetan, aber genau diese vermeintlich kleinen Details machen den großen Unterschied. Sie entscheiden darüber, ob ein Produkt nur funktioniert oder ob die Anwender:innen es tatsächlich gerne nutzen - das ist letztendlich der Kern einer wirklich guten User Experience.

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie man UX greifbar macht, sollte Vickys Vortrag am Mittwoch, 2. Juli 2025, um 17:00 Uhr auf der DWX nicht verpassen.

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