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Lesedauer 3 Min.

Testarchitektur: Warum wir mehr als QA brauchen

Wenn Testautomatisierung nicht reicht und QA-Rollen an ihre Grenzen stoßen, braucht es jemanden, der das große Ganze sieht – und auch zusammenhält. Marco Achtziger im Interview.
Marco Achtziger
© Sofija De Mitri, Patrizio De Mitri, Event Wave

Marco Achtziger arbeitet bei Siemens Healthineers. Er ist kein klassischer Tester. Auch kein QA-Lead. Marco ist Testarchitekt. Und das ist mehr als ein neuer Titel für ein altes Problem. Im Interview auf der DWX erklärt er, warum moderne Softwareprojekte ohne testarchitekturelle Strategie ins Schlingern geraten – spätestens dann, wenn die Komplexität steigt, die Teams größer werden und der Code von der Cloud aus grüßt.

„Die Rolle des Testarchitekten ist für uns das, was der Softwarearchitekt für die Entwicklung ist“, sagt Marco. „Wir geben Rahmenbedingungen vor, damit Qualität nicht zufällig passiert.“

Vom Rahmen zur Freiheit

Wie funktioniert Testarchitektur heute? – oder besser: Wie sollte sie funktionieren? Es geht nicht darum, Teams restriktiv einzuhegen oder sie mit Tools zu überfrachten. Sondern darum, ihnen einen Rahmen zu geben, der Orientierung bietet, Skalierung ermöglicht und zugleich genug Freiheit lässt, um auf technische Entwicklungen reagieren zu können.

Die Herausforderung: Technologische Entscheidungen müssen einerseits strategisch und nachhaltig sein – andererseits flexibel genug, um Innovation nicht im Keim zu ersticken. Eine klassische Architekturfrage also. Nur eben fürs Testen.

„Ein Testarchitekt ist für die Qualität das,

was ein Softwarearchitekt für den Code ist.“

Achtziger_Marco2.jpg
Marco Achtziger, Siemens Healthineers

Testarchitektur embedded denken

Bei Siemens Healthineers hat man den Shift Left längst vollzogen. Die zentralen QA-Teams wurden verschlankt, die Tester:innen sind heute Teil der agilen Produktteams. Der Testarchitekt definiert die Spielregeln: Frameworks, Guidelines, Vorgehensmodelle. Entwickelt wird dezentral – getestet wird nach einem zentralen Verständnis von Qualität.

Und wenn sich die Interessen von Produkt- und Testarchitektur einmal widersprechen? Dann helfen, laut Marco, keine PowerPoint-Schlachten, sondern objektive Entscheidungspfade. Siemens setzt hier auf Architectural Decision Records – dokumentierte Architekturentscheidungen, die für alle nachvollziehbar sind. Diskussionen werden damit nicht verhindert, aber deutlich entspannter geführt.

Fazit: Testarchitektur ist keine Kür

Die Rolle des Testarchitekten bringt Klarheit in komplexe Qualitätsprozesse. Wer skaliert, braucht Konsistenz. Wer agil arbeiten will, braucht Orientierung. Und wer Qualität ernst nimmt, braucht jemanden, der sie über die Tools hinaus denkt. Testarchitektur ist kein Luxus. Sie ist der Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht.

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