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Lesedauer 4 Min.

DDC hakt nach: Soll die KI das Daily übernehmen?

Was funktioniert gut beim Einsatz der KI im Entwicklungsprozess, wo stößt sie an Grenzen und was bedeutet das alles für den Berufsalltag von Entwickler:innen? Miriam Hunger berichtet von echten Aha-Momenten, kleinen Katastrophen und einer radikal neuen Teamdynamik.
Miriam Hunger
© Miriam Hunger

Eine KI, die Blocker erkennt, Action Items nachhält und sogar das Sprint Backlog aktualisiert – klingt wie ein Traum für jedes Scrum-Team. Miriam Hunger hat diesen Traum in die Realität überführt. Beim Kunden ist der Microsoft Copilot Scrum Master Agent inzwischen fester Bestandteil im agilen Setup. Tendenz: wachsend. In ihrer Session auf der DDC wird sie aus dem Maschinenraum dieser Transformation berichten. DWX hat mir ihr schon vorher gesprochen. Hier sind erste Tendenzen. 

Der Microsoft Copilot Scrum Master Agent soll Meetings strukturieren, Blocker identifizieren und sogar Retros moderieren – wo siehst du die größten Potenziale und wo stößt die KI an ihre Grenzen?

Miriam: Die größten Potenziale sehe ich ganz klar in der Strukturierung und Automatisierung: Agenda-Erstellung, Einladungen, Nachhalten von Action Items – das läuft inzwischen fast wie von selbst. Der Agent erkennt Blocker aus Recordings, erstellt Impediments in Azure DevOps und erinnert mich und auch das Team zuverlässig an Dinge, die ich sonst gerne mal vergesse.

Grenzen zeigen sich dort, wo es um zwischenmenschliche Dynamiken geht: Eine Retro lebt von Emotionen, Zwischentönen und Gruppendynamik – da ist die KI (noch) kein Ersatz für einen empathischen Facilitator. Auch bei Konflikten oder subtilen Spannungen im Team braucht es Fingerspitzengefühl, das eine KI nicht leisten kann.

Du wirfst die Frage auf, was passiert, wenn „plötzlich eine KI mit am Tisch sitzt“ – wie verändert sich deiner Erfahrung nach die Teamdynamik, und welche Herausforderungen siehst du für Entwickler im agilen Arbeitsalltag?

Miriam: Spannend ist, dass die KI nicht als Bedrohung wahrgenommen wird, sondern eher als „unsichtbarer Assistent“. Sie übernimmt lästige Aufgaben, sorgt für Struktur und bringt Ruhe in den Prozess. Das Team verlässt sich zunehmend auf automatisierte Abläufe – was effizient ist, aber auch dazu führen kann, dass weniger hinterfragt wird.

Für Entwickler bedeutet das: Weniger Kontext-Switching, mehr Fokus. Aber auch die Herausforderung, mit einem „stummen Beobachter“ zu arbeiten, der alles mitloggt und analysiert. Das kann Druck erzeugen – hier braucht es klare Kommunikation und Transparenz über die Rolle der KI im Team.

Deine Session verspricht konkrete Anwendungsbeispiele und reale Einsatzszenarien. Kannst du uns einen Vorgeschmack geben, welche praktischen Situationen du demonstrieren wirst und wie sich die Rolle des Scrum Masters dadurch wandeln könnte?

Miriam: Ich habe seit einigen Wochen einen Scrum Master Agent parallel zu mir beim Kunden etabliert. Aktuell bin ich noch im Lead, aber das soll sich Schritt für Schritt ändern. Der Kunde möchte langfristig keinen klassischen Scrum Master mehr im Set-Up haben. Das heißt: Ich kann aus der Praxis berichten – mit allen Tops und Flops.

In meiner Session zeige ich unter anderem, wie der Agent Impediments automatisch aus Recordings erkennt und in Azure DevOps anlegt oder wie das Sprint Backlog nach Daily Scrums automatisch aktualisiert wird.

Die Rolle des Scrum Masters wandelt sich dadurch vom operativen „Task-Jongleur“ zum strategischen Coach, der mehr Zeit für Teamentwicklung und Moderation hat. Die KI übernimmt die Routine – ich kümmere mich um die Menschen.

 

Die .NET Developer Conference 2025 findet vom 24. bis 27. November 2025 in Köln statt. Hier erfährst Du alles rund um Microsoft .NET. Die Session von Miriam mit dem Titel "Scrum Master 2.0: Ist KI der bessere Facilitator?" findet am Mittwoch, dem 26. November 2025, um 15.00 Uhr statt.

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