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Lesedauer 3 Min.

Bluetooth, Biometrie und Multiplattform: Was .NET MAUI Hybrid wirklich kann

Codrina Merigo baut mit .NET MAUI Blazor Hybrid Apps für Android, iOS, macOS und Windows – und nutzt dafür das, was Web-Entwickler:innen sowieso schon können. Im Interview im Vorfeld der DWX 2026 erklärt sie, wie das geht, wo's hakt und warum das Framework im Enterprise-Umfeld eine ernste Option ist.

Das Versprechen klingt verlockend: einmal Code schreiben, überall läuft's. Codrina Merigo sagt, bei .NET MAUI Blazor Hybrid ist das kein Marketing-Spruch, sondern technische Realität. Das Framework kombiniert Microsofts MAUI-Schicht mit Blazor-Komponenten in einer sogenannten Blazor WebView – und wer Razor-Komponenten kennt, kann die direkt weiterverwenden. HTML und CSS bleiben, C# bleibt, und am Ende läuft das Ganze nativ auf dem Gerät.

Was .NET MAUI gegenüber reinen Web-Apps auszeichnet, ist der Hardwarezugriff. Bluetooth, Dateisystem, Biometrie, Vibration – alles direkt, kein zusätzlicher Layer, kein Workaround. Das klingt nach Detail, ist aber in der Praxis oft der entscheidende Unterschied zwischen "geht nicht" und "geht".

Trotzdem ist der Einstieg nicht für alle gleich einfach. Codrina beschreibt ein Muster, das ihr regelmäßig begegnet: Entwickler:innen aus der Web-Welt stolpern über den App-Lifecycle. Im Web ist eine Anwendung entweder da oder nicht. Im App-Kontext gibt es Suspend-Zustände, Resume-Events und States, die sich unbemerkt verändern können – mit sichtbaren Folgen für Nutzer:innen. Wer das ignoriert, baut instabile Apps. Codrina empfiehlt, sich vor dem Start wirklich mit dem Lifecycle auseinanderzusetzen, statt das als Randthema zu behandeln.

Dazu kommen CSS-Unterschiede zwischen Web und Phone, die auf den ersten Blick trivial wirken und im Detail Zeit kosten. Und: JavaScript ist im Hybrid-Modell weiterhin an Bord – was gut ist, weil viele Teams darauf aufbauen. Gleichzeitig macht die Kombination aus JS und C# hybrides Debugging notwendig, das eigene Strategien braucht. Auch das ist lösbar, aber eben nicht automatisch.

Im Vergleich mit Flutter und React Native bezieht Codrina klare Position: .NET MAUI ist Enterprise-Territorium. Nicht weil die anderen Frameworks schlecht wären – React dominiert im Social-Media-Bereich aus gutem Grund – sondern weil .NET MAUI das gesamte .NET-Ökosystem mitbringt. Long-Term Support, Skalierbarkeit, Wartbarkeit. Wer in einem Unternehmen arbeitet, das bereits auf .NET setzt, muss für die Mobile- oder Desktop-Erweiterung nichts Neues lernen. Das ist ein konkreter Vorteil, kein Marketingversprechen.

Und für alle, die kein Enterprise-Umfeld haben? Auch da lohnt sich der Blick. Codrina selbst nutzt das Framework für Demos und kleinere Projekte – mit dem gleichen Ergebnis: eine Solution, alles drin, läuft überall.

Auf der DWX 2026 zeigt Codrina Merigo in ihrer Session, wie .NET MAUI Blazor Hybrid in der Praxis funktioniert – inklusive der Stolperfallen, die gern verschwiegen werden.

DWX 2026 | 29. Juni bis 2. Juli 2026 | Mannheim 🔗 https://www.developer-world.de/dwx

 

Codrina Merigo ist als Microsoft MVP Alumni, SAFe PO/PM zertifiziert und begeistert von mobilen Apps und KI. Vor mehr als sieben Jahren in die Xamarin-Entwicklungswelt eingestiegen, ist sie jetzt mit MAUI am Start. Mit einem besonderen Blick für UX und UI und einem klaren Fokus auf Cross-Platform-Lösungen, vor allem für Xamarin.Forms. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt auf UI-Testing, Best Practices, Continuous Integration und der Optimierung von Xamarin-Apps. Dazu interessiert sie sich für KI und ML – und zuletzt auch am Produktmanagement und seinen Möglichkeiten.

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