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Lesedauer 3 Min.

Was Developer in Europa wirklich wollen – und was sie nervt

Über 23.000 Stellenanzeigen, mehr als 1.300 befragte IT-Fachleute, sechs europäische Länder: Der Job-Market-Report liefert handfeste Zahlen zu Gehältern, Recruiting-Frust und dem wachsenden Einfluss von KI auf den Arbeitsalltag. Was Developer wirklich wollen – und wo Unternehmen noch deutlich Luft nach oben haben.
© EMGenie

Der europäische IT-Jobmarkt hat sich beruhigt. Nicht eingeschlafen, aber die hektische Energie der letzten Jahre ist weg. Das zeigt der aktuelle "European Transparent IT Job Market Report 2025", für den über 23.000 Stellenanzeigen ausgewertet und mehr als 1.300 IT-Fachleute befragt wurden. Was dabei herauskommt, überrascht nur teilweise – aber die Details sind es, die interessieren.

Schweiz vorne, .NET im Mittelfeld

Beim Thema Gehalt führt die Schweiz die europäische Rangliste wie gehabt an: 106.900 CHF im Durchschnitt, umgerechnet knapp 114.000 Euro im Jahr. Das Vereinigte Königreich folgt mit 74.700 Euro Durchschnittsgehalt, dann kommen Polen (63.000 Euro) und Deutschland (62.400 Euro) erstaunlich nah beieinander. In Deutschland liegt das Median-Gehalt für eine IT-Stelle bei 60.000 Euro – wer als Senior unterwegs ist, landet durchschnittlich bei 69.000 Euro.

Interessant für die .NET-Community: .NET landet in Deutschland mit 58.700 Euro im unteren Mittelfeld, hinter ML/AI (66.000), Architect (63.800) und Security (62.300). Im UK sieht es mit 62.000 GBP (ca. 70.700 Euro) etwas besser aus. Keine Katastrophe, aber auch kein Grund zur Euphorie.

Ghosting ist kein Randphänomen

Fast die Hälfte aller Befragten wurde nach einem Bewerbungsgespräch von Unternehmen einfach nicht mehr kontaktiert. 48 Prozent berichten davon. Das ist kein Ausrutscher, das ist strukturelles Versagen im Recruiting-Prozess. Was Bewerber am meisten nervt: zu viele Interview-Stufen (38 Prozent), fehlende Feedbacks (33 Prozent) und keine Gehaltsangaben in den Stellenanzeigen (26 Prozent). Zwei Gesprächsrunden finden 67 Prozent ideal. Alles darüber hinaus kostet Kandidaten.

AI macht produktiver, aber nervöser

90 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools mindestens gelegentlich bei der Arbeit. 35 Prozent sogar intensiv – ein Plus von 15 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die meisten berichten von Produktivitätssteigerungen im Bereich 10 bis 50 Prozent. GitHub Copilot und klassische Chatbots sind die meistgenutzten Tools, Claude Code taucht ebenfalls in der Liste auf.

Ob KI den Job bedroht? 79 Prozent sagen klar nein – und die Zahl hat sich gegenüber 2024 kaum verändert. Was sich aber verändert hat: 39 Prozent spüren mehr Leistungsdruck durch den KI-Einsatz. Die Tools werden als Hebel genutzt, gleichzeitig steigen die Erwartungen. Wer schneller coden kann, soll das bitte auch tun.

Juniors haben's schwer – aber nicht unmöglich

76 Prozent der Befragten finden, dass Entry-Level-Stellen zu viel Erfahrung voraussetzen. Das ist eine klare Ansage an Hiring Manager. Trotzdem: 58 Prozent der Juniors hatten ihren ersten Job innerhalb von drei Monaten gefunden. Der häufigste Weg? Online-Jobbörsen (39 Prozent) und persönliche Netzwerke (29 Prozent). Universitätskontakte spielen mit 15 Prozent eine überraschend kleine Rolle.

Wann wechselt man den Job?

Hauptgründe für einen Jobwechsel: Gehalt (34 Prozent) und schlechte Führung (33 Prozent). Kein Homeoffice landet auf Platz drei mit 22 Prozent. Die meisten IT-Professionals bleiben drei bis fünf Jahre beim gleichen Arbeitgeber, bevor sie sich umsehen. Remote-Arbeit und ein spannendes Projekt sind beim Suchen fast gleichauf mit dem Gehalt als Entscheidungsfaktor.

Der vollständige Report ist unter https://germantechjobs.de/hub/reports/it-job-market-report-2025 verfügbar.

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