Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Wenn aus jeder Cloud-Ressource nur ein weiteres Kubernetes-Objekt wird

STACKIT baut eine europäische Cloud-Alternative zu AWS, GCP und Azure. Tech Lead Patrick Koss erklärt, warum Crossplane statt klassischem Cloud-API der Schlüssel zur Selbstverwaltung ist.

Eine europäische Cloud-Alternative zu AWS, GCP und Azure – das ist der Anspruch von STACKIT. Und wer eine eigene Cloud betreibt, muss sich früher oder später fragen: Wie interagieren die eigenen Teams eigentlich mit ihr? Über das Cloud-API, per Klick im Frontend? "Das macht heutzutage niemand mehr", sagt Patrick Koss, Tech Lead bei STACKIT, im Gespräch auf der DWX 2026. Sein Team hat wie viele andere auch zunächst einen klassischen Terraform-Provider gebaut. Die Probleme, die dabei auftauchten, führten das Team schließlich zu Crossplane, einem Cloud-Native Framework für Platform Engineering, und Kubernetes-Operatoren.

Der Clou dahinter: Jede Cloud-Ressource wird zu einer ganz normalen Kubernetes-Ressource. Für Services, die STACKIT selbst kontrolliert, ist das vergleichsweise einfach umzusetzen – ein dediziertes Team baut die Brücke zwischen Kund:innen und Cloud-Services. Fehlt ein passender Crossplane-Provider für externe Ressourcen, generiert das Team ihn aus einem bestehenden Terraform-Provider mit einem Tool namens Upjet. Oder es implementiert direkt selbst, was laut Koss keinen großen Aufwand bedeutet: Vier Methoden – Observe, Create, Update, Delete – reichen, um eine Ressource anzubinden. Fachlich verortet er diese Arbeit klar: "Ich würde es schon als normalen Entwickleraufwand bezeichnen", sagt Koss, der die Rolle irgendwo zwischen Cloud-Entwicklung und Site Reliability Engineering ansiedelt.

Spannend wird es bei der Akzeptanz im eigenen Haus. Statt Pflicht setzt STACKIT auf Opt-in: Das Self-Service-API über Kubernetes-Ressourcen ist ein Angebot, kein Zwang. Wer will, nutzt die gemeinsamen Bausteine und spart sich die Integrationsarbeit bei jedem neuen Service. Wer nicht will, geht seinen eigenen Weg – auch einzelne Bausteine lassen sich frei kombinieren.

Ein Sonderfall bleibt die kontinuierliche Reconciliation, also der permanente Abgleich zwischen gewünschtem und tatsächlichem Zustand. Im Ernstfall muss ein:e Operator:in manuell eingreifen können, ohne dass der Controller die Änderung sofort zurückrollt. Die Lösung: eine Annotation, die eine einzelne Ressource von der Reconciliation-Schleife ausnimmt. Der Controller erkennt sie und überspringt die Ressource gezielt.

Würde Koss die Architektur heute wieder so bauen? "Vermutlich ja", sagt er – mit Verweis auf Architecture Decision Records, die den historischen Kontext jeder Entscheidung dokumentieren. Neue Technologien können neue Antworten liefern. Aber mit dem gewählten Weg fühlt sich sein Team komfortabel.


Patrick Koss ist Tech Lead bei STACKIT mit Schwerpunkt auf verteilten Systemen und Cloud-Native-Entwicklung. Zu seinen Kernkompetenzen zählen Backend-Entwicklung (Go, Python, Rust), verteilte Systeme (Microservices, Service Mesh, Message Queues), Cloud-Native-Technologien (Kubernetes, Docker, Serverless), skalierbare Hochleistungssysteme sowie Continuous Integration & Deployment.

 

Produktion: Event Wave, Patrizio De Mitri

Moderation: David Tielke

Neueste Beiträge

GitHub Actions umstellen - Schnellere .NET-CI-Pipelines mit Test Sharding, Teil 2
Eine Jobmatrix bringt die lokale Testaufteilung auf mehrere Runner. Damit daraus ein verlässlicher CI-Lauf entsteht, müssen Shard-Nummern, Fehlerstatus und Ergebnisdateien zusammenpassen. Der Workflow zeigt die nötigen Schritte.
6 Minuten
Outlook und Mailintegration mit Microsoft Graph - Connected Apps mit .NET, Teil 2
Eine .NET-App meldet Benutzer an, liest Outlook-Nachrichten aus dem Posteingang und bereitet E-Mails für Anzeige und weitere Verarbeitung auf.
8 Minuten
Dokumente und Collaboration mit Microsoft Graph - Connected Apps mit .NET, Teil 3
Eine .NET-App liest Dokumentbibliotheken aus OneDrive und SharePoint, überträgt Dateien und verfolgt Änderungen über Microsoft Graph.
7 Minuten

Das könnte Dich auch interessieren

Vier Tage .NET, KI und Community - Konferenz
Community-Feeling auf der .NET Developer Conference 2026: Vier Tage KI und Microsoft .NET in einem Konferenzprogramm, das sich gewaschen hat.
3 Minuten
10. Sep 2026
AIOps: Wie KI Softwaresysteme am Leben hält - Interview
AIOps verspricht proaktives statt reaktives Monitoring. Harald Binkle (Xebia) erklärt im DWX-Interview, wie Azure Smart Detection Anomalien erkennt und Copilot automatisch Patches vorschlägt.
16. Sep 2026
"Wir wollen die Software messen, nicht euch". Benjamin Wolf über Vertrauen und statische Codeanalyse - Interview
Statische Codeanalyse gilt vielen Teams als Kontrollinstrument. Benjamin Wolf von INNOQ erklärt im DWX-Interview, wie Unternehmen Vertrauen aufbauen – und warum das Thema durch KI-generierten Code an Bedeutung gewinnt.
26. Aug 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige