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Lesedauer 3 Min.

Keine Zeit für das UX? Was für ein Fehler: Interview mit Vicky Pirker

Wer Software baut, die mehr können soll als nur zu funktionieren, muss das Thema User Experience zur Teamsache machen. UX-Expertin Vicky Pirker erklärt im DWX-Interview, warum UX und Development untrennbar zusammengehören.
Vicky Pirker
© Sofija De Mitri, Patrizio De Mitri, Event Wave

Wenn eine App wieder vom Handy fliegt, dann meist nicht wegen technischer Fehler – sondern weil sie einfach nicht „passt“. Weil sie nicht intuitiv ist, keinen Spaß macht oder schlicht nicht das Problem löst, für das man sie installiert hat. Und genau da kommt UX ins Spiel.

UX ist nicht Kür, sondern Pflicht. Auch für Developer

„User Experience entscheidet, ob Software okay, gut oder herausragend ist“, sagt Vicky Pirker im DWX-Talk. Und sie stellt klar: UX ist keine Design-Deko, sondern ein zentraler Bestandteil guter Softwareentwicklung. Wer Software für Menschen baut, muss verstehen, wie Menschen ticken – inklusive all ihrer irrationalen, emotionalen und kontextabhängigen Eigenheiten.

„Jede App hat einen Existenzgrund – und der muss für den User auf Anhieb funktionieren. Sonst helfen auch 20 Features nichts.“
Pirker_Vicky2.jpg
Vicky Pirker

UX in den Sprint? Geht. Muss sogar

Doch wie lässt sich UX Research in bestehende Entwicklungsprozesse integrieren, ohne dass der Flow darunter leidet? „Mit kleinen, pragmatischen Methoden wie 5-Sekunden-Tests oder Guerilla-Interviews“, sagt Vicky. Es brauche nicht immer den riesigen UX-Sprint, um valide Erkenntnisse zu gewinnen – oft reichten schon drei bis fünf echte User.

No-Code-Tools sind nicht gleich UX

Die Debatte um Tools wie Figma oder Firebase Studio sieht Vicky differenziert: Zwar sei es hilfreich, wenn Entwickler:innen schnell UI-Prototypen erstellen können. „Aber das ersetzt keine UX-Spezialisten – denn UX hat weniger mit Oberfläche und mehr mit Verstehen zu tun.“ Es gehe darum, für Menschen zu gestalten – nicht für sich selbst.

Die drei größten UX-Fallen für Developer:

  • Zeithandicap
  • Entwicklung für sich selbst
  • Feature-Falle

Quick Win: Konsistenz

Wer sofort etwas verbessern will, sollte auf Konsistenz setzen. Buttons, Farben, Patterns – alles sollte einem klaren System folgen. Das hilft nicht nur den Nutzer:innen, sondern spart auch im Development wertvolle Zeit. Designsysteme sind hier ein bewährter Schlüssel.

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